Der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Steildächern schreitet kontinuierlich voran. Was bei der Planung jedoch häufig übersehen wird: Aufdach-Photovoltaikanlagen verändern die Windströmung auf dem Dach erheblich. Dadurch steigen die Windsogbeanspruchungen sowohl unter den Modulen als auch in den angrenzenden Dachbereichen. Vor der Installation einer PV-Anlage sollte deshalb geprüft werden, ob die vorhandene Windsogsicherung den aktuellen Anforderungen entspricht.
Besonders bei Bestandsdächern besteht häufig Nachrüstungsbedarf, da viele Dächer vor der Verschärfung der Anforderungen an die Windsogsicherung im Jahr 2011 eingedeckt oder saniert wurden.Warum verändert eine Photovoltaikanlage die Windströmung?

Häufig wird angenommen, dass Photovoltaikmodule die Dachdeckung zusätzlich schützen. Tatsächlich kann das Gegenteil der Fall sein. Durch den Abstand zwischen Dachdeckung und Modulen gelangt Wind unter die Anlage. Der Luftstrom wird beschleunigt und erzeugt zusätzliche Sogkräfte auf Dachziegel und Dachsteine. Wie stark diese Beanspruchung ausfällt, hängt unter anderem von der Windzone, der Gebäudehöhe, der Dachneigung, der Gebäudegeometrie und der Lage auf der Dachfläche ab.
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Ist eine Windsogsicherung unter Photovoltaikanlagen erforderlich?
Ja. Die Dachbereiche unter einer Aufdach-Photovoltaikanlage sind entsprechend der aktuellen Fachregel des ZVDH gegen Windsog zu sichern. Die erforderliche Anzahl und Anordnung der Sturmklammern ergibt sich aus einer objektspezifischen Windsogberechnung. Pauschale Befestigungsschemata reichen hierfür nicht aus.
Warum empfiehlt FOS® einen zusätzlichen Sicherungsbereich von 1,50 Metern?
In der Praxis wird häufig nur die Dachfläche unter den PV-Modulen betrachtet. Durch Luftverwirbelungen entstehen jedoch auch außerhalb der Anlage erhöhte Windsogbeanspruchungen. FOS® empfiehlt deshalb, zusätzlich einen umlaufenden Bereich von mindestens 1,50 Metern rund um die Photovoltaikanlage entsprechend gegen Windsog zu sichern. Dadurch lassen sich Belastungen im Randbereich reduzieren und das Risiko von Schäden an Dachdeckung und PV-Anlage minimieren.
Warum sollten Bestandsdächer vor der PV-Montage geprüft werden?
Bei der Nachrüstung einer Photovoltaikanlage stehen häufig Statik, Unterkonstruktion und Module im Mittelpunkt. Die vorhandene Dachdeckung wird dagegen oft als ausreichend angesehen. Gerade ältere Dächer verdienen besondere Aufmerksamkeit. Viele wurden errichtet oder saniert, bevor die Anforderungen an die Windsogsicherung im Jahr 2011 verschärft wurden. Vor der Installation einer PV-Anlage sollte deshalb geprüft werden, ob die vorhandene Windsogsicherung den heutigen Anforderungen entspricht.
Warum sollte die Windsogsicherung vor der PV-Montage ausgeführt werden?
Eine nachträgliche Nachrüstung ist deutlich aufwendiger, da große Bereiche der Dachfläche nach der Montage der Photovoltaikanlage nur eingeschränkt zugänglich sind. Die Prüfung und gegebenenfalls Nachrüstung der Windsogsicherung sollte daher grundsätzlich vor der Montage erfolgen. Das spart Zeit, vermeidet spätere Arbeiten und sorgt dafür, dass die Dachdeckung dauerhaft gegen Windsog gesichert ist.
Was gilt für Indach-Photovoltaikanlagen?
Bei Indach-Photovoltaikanlagen ersetzen die PV-Module die Dachdeckung und übernehmen deren Funktion. Dadurch müssen sie auch die auf das Dach einwirkenden Windlasten sicher aufnehmen und in die Unterkonstruktion ableiten. Eine fachgerechte Windsogsicherung ist daher auch bei Indach-Systemen erforderlich. Für diese Anwendung bietet FOS® speziell entwickelte Sturmklammern für Indach-Photovoltaikanlagen an. Sie werden an der Unterkonstruktion der PV-Module befestigt und ermöglichen eine fachgerechte und normgerechte Sicherung gegen Windsog.
Wie wird die richtige Sturmklammer ermittelt?
Welche Sturmklammer eingesetzt werden muss, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Dachziegelmodell
- Windzone
- Gebäudehöhe
- Dachneigung
- Lage auf der Dachfläche
Digitale Planungshilfen unterstützen Dachdecker dabei, die erforderliche Windsogsicherung schnell und fachregelgerecht zu planen. Mit dem FOS WindCHECK® lassen sich die benötigten Sturmklammern sowie das passende Befestigungsschema innerhalb weniger Minuten berechnen und dokumentieren.